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Das Apriori-Prinzip

... der Prozess bekommt ein Mandat.

Ob in der Politik, bei der Arbeit, in der Schule, in Beziehungen, im Verein … – ständig und überall sind wir aufgefordert Konzepte, Analysen, Ideen zu erstellen, Entscheidungen zu treffen oder uns mit ihnen auseinander zu setzen.

Das Apriori-Prinzip befasst sich mit der Frage, wie Problemlösungen entstehen, wie Prozesse und Projekte sich gestalten.

Ausgangspnkt jeder Entscheidung, jeder Problemlösung, jeder Konfliktbewältiung ist eine Idee. Welche Ideen entstehen, hängt wesentlich davon ab, was in den Augen der jeweiligen Ideengeber vorstellbar oder wünschenswert ist. Und das wiederum hängt von dem ab, wie sie sozialisiert wurden, welche Erfahrungen sie gemacht haben, wem sie sich verpflichtet fühlen, welcher Ehrgeiz sie gepackt hat, ob sie Querdenker oder eher angepasst sind, ob sie Phantasie haben oder nicht, welchen Charakter sie haben, welche Ängste sie plagen ….

Wenn dem so ist, dann lassen sich daraus drei Schlussfolgerungen ziehen:

1. Problemlösungen sind ihrer Entstehung nach höchst subjektiv
2. Nicht das Problem bestimmt die Lösung, sondern die Person, die das Problem löst.
3. Für anstehende Probleme kommen so vielleicht ganz gute, aber nicht immer die besten Problemlösungen zustande.

Das Apiori-Prinzip setzt hier schon sehr früh, nämlich bei der Entstehung von Ideen an. Das Neue daran ist, dass Ideen methodisch entwickelt werden. Das Subjekt tritt zurück. Das Thema, das Projekt, das Ereignis rückt in den Mittelpunkt. Der Prozess selbst bekommt ein Mandat.

Kreativität geschieht. Dann, wenn die Methode den Lösungsprozess leitet, ihn vor subjektiven Motiven schützt und der Prozess seine ihm eigene Dynamik entfalten kann. Ein Vorgang, den Picasso in seinem Manifest „Ich suche nicht, ich finde“ folgendermaßen beschreibt:

"Ich suche nicht, ich finde. Suchen ist das Ausgehen von alten Beständen und ein Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuen. Finden, das ist das völlig Neue, das Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen, und was gefunden wird, ist unbekannt. Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer. Die Ungewissheiten solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen, die im Ungeborgenen sich geborgen wissen, die in die Ungewissheit, in die Führerlosigkeit geführt werden, die sich im Dunklen einem unsichtbaren Stern überlassen, die sich vom Ziel ziehen lassen und nicht - menschlich beschränkt und eingeengt - das Ziel bestimmen."


(P. Picasso)